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Das Log 2009:


Zusätzliche Fotos

4. April 2009:

So, die Sitzbank wurde fertig – aber nicht ohne Blut, Schweiß und Tränen.

Die Sitzbank vorher.


Ich hatte eine Sport-Sitzbank gefunden, wo ein Teil des Höckers ausgeschnitten war.

Unterwegs im Verlauf!


Angeleimt wurde ein neues Stück. Das musste ich noch Mal machen! Ich hatte nämlich gewöhnlichen Kontaktleim an die Flächen angepinselt, was bedeutete, dass der Schaumstoff sehr viel Leim aufgesogen hat. Wegen der große Menge Leim wurden die Leimflächen selbstverständlich hart, was man durch das Kunstleder sehen konnte.
Das Stück wurde wieder ausgeschnitten und ein neues angeleimt – dieses Mal mit Kontaktleim aus einer Sprühdose. Dieser legt sich nämlich nur auf die Oberfläche und bildet damit eine sehr dünne Leim-Schicht, die elastisch bleibt.

Die Fasson wurde dann mit einem Elektromesser (das ich für 2 Euro bei einem 2te-Hand-Laden gekauft habe) grob zugeschnitten. Die Fein-Gestaltung wurde mit Winkelschleifer und einer groben Schleifpapier-Scheibe gemacht. Mit der ist es möglich, ganz fein zu schleifen – Nur Vorsicht ist angesagt. Wenn man nämlich zu viel auf einmal abzunehmen versucht „zieht“ der Schaumstoff die Scheibe in sich hinein. Aber sonst macht es mir so richtig Spaß, so was zu gestalten.
Danach erhielt die Form eine dünne Schicht Schaumstoff, um mögliche Unebenheiten auszugleichen.

Der Überzug ist eine andere Geschichte. Kunstleder bekam ich von Sambo Møbler, ein wahrhaftiges Schlaraffenland, was Möbelstoffe angeht.
Ich habe kräftiges Kunstleder mit sehr guter Qualität bekommen, das fast nicht vom Leder meiner Jacke zu unterscheiden ist.

Ja genau, es wurde selbst genäht


Nun, einkaufen ist ja einfach (wenn man das Geld hat!). Schwieriger ist es, es zu nähen. Es ist immer ein harter Kampf, und wenn man, wie ich, so was ähnliches nur ein Mal im Jahr macht, wird man hart geprüft. Für so viele Kurven die zusammen passen müssen, ist es schwierig ein Muster zu machen. Also wurde mehrmals genäht, geschnitten, geflucht und geschworen und nochmal von vorne angefangen. Meine Nähmaschine ist über so kräftigen Stoff auch nicht begeistert. Sie kann einfach den Faden nicht ausreichend kräftig anziehen. Deshalb musste ich einen Weg finden um den Draht einklemmen zu können damit der Zug genau richtig wurde. Es ist aber gelungen und das Resultat lässt sich schon ansehen, als Amateur-Arbeit betrachtet.

Hinten am Höcker ist original ein Moto Morini-Logo. Bevor ich überhaupt an der Sitzbank angefangen habe, überlegte ich ob das Logo drauf sein sollte oder auch nicht – und wie ich es überhaupt machen sollte. Bei diesen Überlegungen hatte ich einen meiner gewöhnlichen verrückten Einfälle: Wie wär's wenn ich ein persönliches Logo machen würde?!?

Ich fing an, verschiedenes zu zeichnen, und nachdem ich mit meinem kreativen und Morini-interessierten Schwager Andreas konferiert und seine Ideen gesehen hatte, wurde das endgültige Logo fertiggestellt. Es wurde der Morini-Falke mit einem Schild, bestehend aus der italienischen und dänischen Flagge darunter. Die Jahreszahlen sind selbstverständlich Dornröschens Geburtsjahr und das Jahr als sie vom Winterschlaf geweckt wurde und in meine Hände kam.
Also noch Mal weiche ich vom Original ab – ich kann es offensichtlich einfach nicht lassen.

Das Logo hat Vintage Signs für mich gestickt und sie haben es sehr schön gemacht, finde ich.
Ich habe anfänglich an verschieden Firmen geschrieben, aber die hatten alle eine lange Reaktionszeit und es zeigte sich auch ein gewisser Vorbehalt das Kunstleder zu nähen. Sie hatten einfach Angst, das Kunstleder mit den Stichen zu ruinieren.
Letztes Wochenende war ich zu einem Teilemarkt in Herning. Am Markt waren Vintage Signs und haben da Logos an Hüten usw. angenäht. Ich habe mit ihnen gesprochen, und da sie vieles über die Probleme beim Nähen in Leder und Kunstleder wussten, gab ich ihnen einfach Zeichnung, Kunstleder und Bezahlung an Ort und Stelle (hatte ich kluger Weise mitgenommen ;o).
Donnerstag letzter Woche ist das fertige Resultat dann mit der Post aufgetaucht und ich konnte gleich mit dem Nähen anfangen. Sie hatten das Problem gelöst indem sie längere Stiche mit größerem Abstand als normal bei weichem Stoff benutzt haben. Das gibt selbstredend ein „luftiges“ Aussehen, aber es funktioniert perfekt. Sieht super aus!

Jetzt fehlen nur noch Alu-Leisten an der Unterkante der Sitzbank – die sind schon bestellt worden und sollten hoffentlich nächste Woche kommen.
© Søren Høyer Hansen Willkommen sir1@morinist.dk