2009: 4/3 21/3 4/4 21/4 21/5 21/9 21/11 2010: 18/3 27/9 2011: 23/3 18/4 19/4 26/4 24/5 26/5 22/7

Das Log 2009:


Zusätzliche Fotos

21. September 2009

4 Monate seit letztem Eintrag! Zeit wieder was zu schreiben.

Als ich letztes Mal in das Log schrieb, versprach ich, die grauenvolle Geschichte über den Verlauf vor dem Treffen zu erzählen. Jetzt muss ich sehen , ob ich mich erinnern kann. Man vergisst leicht solche Affären – glücklicherweise ;o)

Ich fange einfach an wo ich aufgehört habe. Teile waren halbwegs lackiert. Ich hatte vieles zusammengebaut, nur fehlten ein paar Kleinigkeiten. Das war anderthalb Wochen vor dem Treffen. Die Morini war eigentlich fast fertig – musste nur die Buchsen in der Schwinge montieren die mein Kumpel gedreht hatte. Ich hatte ihn gebeten sie mit ein bisschen viel Spiel zu machen, weil sie letztes Mal ein bisschen zu stramm waren. Ich habe mich anscheinend nicht deutlich genug geäußert, weil sie wieder zu stramm waren. In „freier Luft“ waren sie perfekt, aber sie werden immer ein bisschen zusammengedrückt, wenn sie in der Schwinge eingepresst werden.
Nun, ich habe sie montiert und genau richtig – es war zu stramm. Ich habe dann ein bisschen an den Buchsen und der Achse geschliffen, damit es sich wieder leicht drehte. Aber offensichtlich habe ich nicht genügend abgeschliffen. Als ich zu montieren begann und die Achse rein schraubte, konnte ich entsetzt feststellen, dass die Achse in einer Buchse klemmte. Ich versuchte, die Achse wieder heraus zu schrauben um etwas mehr abzuschleifen. Doch hier fing die Katastrophe so richtig an: Je mehr ich an der Achse schraubte, je mehr hat sie sich festgeklemmt. Letzt endlich konnte ich sie einfach nicht mehr drehen, weder in eine oder der andere Richtung – sie war wie festgeschweißt!

Lange und viel habe ich geflucht. Ich konnte vor mir sehen wie ich mit einem schönen aber nicht fahrbaren Moped auf dem Treffen stehen würde. Einen kurzen Augenblick überlegte ich mit der halbwegs losen Achse zu fahren, nur zum Treffen. Sie saß ja trotz allem gut im Gewinde.  Aber ich habe die Idee verworfen – es würde das Gewinde zu viel beanspruchen.

Anstelle habe ich bei Tritsch eine nadelgelagerte Achse bestellt. Das war innerhalb des Zeitrahmens schon möglich. Schlimmer war es, die Achse wieder heraus zu bekommen. Ich hatte alle möglichen Vorstellungen wie ich sie ausbohren oder -schneiden könnte, aber alles war  sehr umfangreich und konnte potentiell dem Rahmen und der Lackierung schaden.
Mit einem letzten verzweifelten Versuch habe ich eine große Rohrzange an der Achse angesetzt und an die Zange ein laaaanges Rohr, und habe angefangen zu drehen. Tatsächlich hat die Achse angefangen sich ein bisschen zu bewegen!! Auf dieser Weise konnte ich nach und nach ein bisschen drehen. Nach vielen Stunden mit hin- und herdrehen, mit schmieren und häufigen Pausen, damit sich das Metall abkühlen konnte, und mit einem Achsenende wie durchkekaut ist die Achse endlich aus dem Gewinde gekommen. Jetzt hatte ich jedenfalls die Möglichkeit, sie heraus zu bekommen, ohne das Gewinde im Rahmen zu ruinieren. Aber wie? Einige Versuche sie raus zu schlagen zeigten sich als eine völlig unmögliche Aufgabe. Sie war immer noch wie festgeschweißt.

Montag vor dem Treffen lag sie wieder komplett zerlegt!


Das Wochenende stand bevor, aber ich habe die lokale Schmiede, Hygind Smedie, angerufen, indem ich hoffte, ihre hydraulische Presse am Wochenende borgen zu können. Leider musste ich bis Montag warten.
Der Plan war das Moped auseinander zu nehmen – und ich meine das ganze Moped! - nochmal, damit ich den Rahmen in der Presse balancieren und die Achse auspressen konnte.

Das Wochenende wurde mit dem Zerlegen verbracht. Montag wurde der Plan durchgeführt. Er verlief glücklicherweise relativ schmerzlos. Danach kam der Zusammenbau, nochmal, nochmal, nochmal!

Mittwoch stand sie wieder zusammengebaut mit der feinen Achse von Tritsch – teuer aber einfach, das Stück.
Das letzte was fehlte war die Seitendeckel und den Tank zu montieren. Sie mussten einfach nur nooooch maaaaal geschliffen werden und noch eine Schicht Klarlack haben (Staub – ein Erfindung des Bösen!)
Jetzt fühlte ich, dass ich erleichtert aufatmen konnte und Dornröschen war ja eigentlich für eine Probefahrt bereit, habe ich gedacht. Ich trete den Kickstarter einige Male, das Benzin musste ja kommen. Sie startet und es hört sich gut an – bis sie mit einem grässlichen schabenden Geräusch ausgeht. Mit ein paar vorsichtigen Tritten merke ich, dass alles sehr stramm geht. Mein unmittelbarer Gedanke war, dass es ein Kolbenklemmer ist, und wieder sehe ich alle meine Pläne zerstört. Völlig niedergeschlagen nehme ich den vorderen Zylinder runter und stelle fest, dass... nichts los ist? Plötzlich fallen meine Augen auf ein Loch im Lima-Deckel und die Erleuchtung kommt mir:
Im Eifer des Zusammenbaus habe ich ganz einfach vergessen, die Polradmutter mit dem Drehmomentschlüssel nachzuspannen. Sie hat sich deshalb gelöst und versucht, durch den Deckel heraus zu kommen! Der schöne polierte Deckel ist hin, aber glücklicherweise kein weiterer Schaden am Motor.

Der Abend (5 Stunden, bei Interesse ;o) vergehen damit, einen neuen Deckel zu polieren.

Uh, uh, eile mit Weile!!!


Donnerstag kann ich endlich die fertige Morini anschauen, jedoch ohne Tank und Seitendeckel. Freitag, also am ersten Tag des Treffens, montiere ich die Embleme der Seitendeckel und des Tanks. Und grade bevor die ersten Teilnehmer ankommen, kommt Tank und Seitendeckel, mit noch weicher Lackierung, ans Moped dran.
Enger kann es wohl kaum werden?!

Jetzt sollte man glauben, dass alle Qual vorüber wäre, aber lies mal was am Treffen passiert ist. Dornröschen ist vielleicht ein schönes Kind, aber auch ein Problemkind ;o)

Im nächsten Eintrag werde ich versuchen zu beschreiben, was nach dem Treffen passiert ist. Der Horror ist nämlich nicht ganz zu Ende. Ich wollte ja nach Italien fahren, nur 14 Tage nach dem Treffen, und nochmal hat das kleine Fräulein mir Schweiß auf die Stirn getrieben...


Obwohl sie Kummer bereitet, ist sie ja schön, nee ;o)

© Søren Høyer Hansen Willkommen sir1@morinist.dk